Vor der Theaterpremiere: "Gegen den Putsch" im Video

31.05.2020 00:00 – 23:59 Uhr


Zum 100. Jahrestag des Kapp-Putsches und der roten Ruhrbewegung

Am 19. März sollte das Theaterstück „Gegen den Putsch“ von Gerhard Schepper im Kammertheater „Der Kleine Bühnenboden“ Premiere feiern.

Zwei weitere Aufführungen waren für die folgenden Tage vorgesehen. Alle drei Aufführungen mussten wegen der Corona-Krise abgesagt werden. Für alle Aufführungen konnten Ersatztermine im Oktober und November gefunden werden, die im Veranstaltungskalender bereits angekündigt sind. Karten für die Vorführungen im Kammertheater „Der Kleine Bühnenboden“ können online erworben werden.

Alternativ zu der abgesagten Premiere hat der Dokumentarfilmer Lothar Hill für seinen YouTube Kanal „MünsterTube“ ein Video produziert, auf das wir als Mitveranstalter der Aufführungen gerne verweisen möchten. Es besteht aus Szenen, die bei Proben im Kammertheater „Der kleine Bühnenboden“ an der Schillerstraße Anfang März aufgezeichnet wurden.

Das Stück spielt überwiegend in einer Stadt im Ruhrgebiet und spiegelt die politische Zerfahrenheit der 1920er Jahre wider, insbesondere das Aufkommen deutschnationaler Verbände sowie die Zerstrittenheit der Arbeiterparteien. Durch den Kapp-Putsch finden die Arbeiterparteien für kurze Zeit wieder zusammen, treten erfolgreich in den Generalstreik und besiegen einrückende Freikorps. Es bilden sich Aktionsausschüsse, Vollzugsräte und die Rote Ruhrarmee. Mit dem Rückzug der Putschisten und dem Bielefelder Abkommen bricht die Uneinigkeit wieder hervor. Schließlich marschiert die Reichswehr, unterstützt von Freikorps, organisiert und koordiniert aus Münster, ins Ruhrgebiet ein und schießt die Arbeiter, die die Republik gerettet hatten, zusammen. Beteiligt an dieser Tragödie ist auch die Akademische Wehr der Uni Münster. Eingerahmt wird das Theaterstück von Auszügen aus der Rede von Bundespräsident Steinmeier zum 100. Jahrestag der Novemberrevolution im Deutschen Bundestag.

Das Ensemble ist eine freie Theatergruppe. Es spielen: Lucas Dilchert, Günther Freitag, Gerd Klünder, Thomas Leveringhaus, Annika Rosendahl, Karla Spiekermann, Gerhard Schepper, Franz Tophof, Oliver Trell, Carolin Walber und Karl Westphal; Die integrierten Filmszenen wurden von Henri Stork gedreht und geschnitten; Inszenierung und Regie: Simone Lamski; Autor: Gerhard Schepper

Das Stück ist nah an den tatsächlichen Ereignissen, enthält zahlreiche authentische Texte und Aufrufe und zeigt erschütternde Parallelen zur Gegenwart auf. Es kann als Dokumentartheater oder auch Tatsachentheater bezeichnet werden, da alle wesentlichen Handlungen historisch dokumentiert sind. Somit leistet das Stück einen Beitrag zur Erinnerungskultur und zum politischen und historischen Verständnis der damaligen Vorgänge. Die Inszenierung enthält neben klassischen Elementen Filme, Lieder, Geräuschkulissen und digitale Bilder. Zwei Szenen, die im Reichspräsidentenpalais in Berlin, dem Amtssitz Friedrich Eberts spielen, wurden komplett vorab gedreht und werden als Film eingespielt.

Die Aufführungen werden gefördert vom Kulturamt der Stadt Münster, dem DGB Stadtverband Münster und dem KulturVerein Frauenstraße 24 e.V.

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