Peng! – Impro-Theater

Peng-Bild_RGB“Peng!” hat sich im letzten Jahr eine feste Fan-Gemeinde erarbeitet. Die Gruppe ist inzwischen kaum noch aus der “Frauenstraße 24” wegzudenken. Alle, die die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler lieb gewonnen haben und natürlich alle, die sie kennenlernen möchten, sollten sich schon einmal 17:00 Uhr des jeweils letzten  Sonntags im Monat vormerken (außer in der Sommerpause, voraussichtlich August sowie Dezember). Denn dann werden sie in der F24 zu sehen sein.

Weiterhin haben die Akteure von “Peng!”  Spaß an der Energie und Faszination des Improvisierens, dem Spiel von und mit verschiedensten Rollen und Figuren. Sie präsentieren improvisiertes Schauspiel jeglicher Art, darunter das klassische Impro-Theater.         3 €

 

Susanne Rafael / Gregor Bohnensack – Fragiles Spiel. Texte und umgebende Töne aus dem beschädigten Leben

Su+Gr

Über ihr literarisch-musikalisches Projekt schreibt Susanne Rafael:

Die Diskriminierung und Ausgrenzung hat in unserer Gesellschaft viele Gesichter: Sie wird deutlich im Umgang mit Kranken und Behinderten und – ganz besonders – in der feindlichen Haltung gegenüber Flüchtlingen, wie wir sie in Deutschland aktuell erleben. Es ist empörend, mit wie viel Feindseligkeit Menschen in Not konfrontiert werden, wie viel Bedrohung sie erfahren und wie wenig die Politiker konkret unternehmen, dieser Inhumanität einen Riegel vorzuschieben.

Ich selbst bin seit einem Autounfall 1973 körperbehindert und insbesondere durch die Lähmung des linken Arms sehr beeinträchtigt. Aufgrund von Ressentiments und Diskriminierung, die ich deshalb am eigenen Leib erfahren habe, war mein Augenmerk schon immer auf die gesellschaftlichen Vorgänge gerichtet, die sich negativ auf die sogenannten Schwachen in unserem Land auswirken.

Ingeborg Bachmann schreibt: „Es sind die Kranken, auf die zu zählen ist und denen das Gefühl von Unrecht und Ungeheuerlichkeit nicht verloren gegangen ist.“ Mein künstlerisches Schaffen als Schriftstellerin ist deshalb geprägt von der kritischen Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Phänomen.

Meine Sprache, mit der ich Textbruchstücke in poetische Schriftstücke verwandle, ist hierbei mein Instrument zur Offenlegung gesellschaftlicher Missstände.

 In dem von mir mit Gregor Bohnensack entwickelten Programm „Fragiles Spiel. Texte und umgebende Töne aus dem beschädigten Leben“ werden unterschiedliche Facetten von Beschädigung und Diskriminierung thematisiert.

Ich formuliere in meinen literarischen Texten persönliche Erfahrungen mit Leid, Ausgrenzung und Bedrohung ebenso wie gesellschaftliche Phänomene, bei denen Inhumanität, Rassismus und Intoleranz zum Ausdruck kommen.

Beim Bläser Gregor Bohnensack haben, bedingt durch eine Muskellähmung der rechten Hand die Klang-Aktionen eine Veränderung erfahren. Mit dem je eigenen Handicap bilden wir ein Team: So ist er mit seinem Spiel mein Gegenüber, der ton-angebende Begleiter.

In unserer Performance verschmelzen Wort und Ton mit großer Intensität zu einer ungewöhnlichen Präsentation, die nachdenklich macht. Als Künstler teilen wir die Auffassung, dass sich die innere Befindlichkeit der einzelnen Individuen in den gesellschaftlichen Zuständen manifestiert.

„Fragilers Spiel“ ist nicht „Mainstream“, sondern macht als künstlerische Aktion deutlich, dass das Leben unverschämt ist, uns beschädigt und seine Spuren hinterlässt und dass es auf jeden einzelnen ankommt, wenn solidarische Hilfe nötig ist.

Immer

Immer den eigenen Weg gehen

Immer die Spur verfolgen

Durch Schmerz und Hilflosigkeit

In sternenstaubbedeckter Dürre

Das Unverständliche tragen lernen

Spurensucherin bleiben

Auch im Dunkel

Labyrinthe durchqueren

Vertrauensvoll …

Es wächst die Ahnung

Nur über Umwege und Irrwege

Ist ein Ausweg zu finden

Der Dir gemäß ist

Lichtverheißung

Die sich erfüllen wird

Die dich erfüllen wird

Auf dem Weg zu dir

läuft bis zum 06.02.2016

Verlängerung: 2+F24 – Ausstellung von Nadja Rich und Maho Khutsishvili

FullSizeRenderBis zum Ende des Jahres wird die Ausstellung der beiden Studierenden an der Kunstakademie Münster in der F24 zu sehen sein. Einen Besuch können wir nur dringend empfehlen.

Nadja Rich

Geboren am 24.01.1991 in Ettlingen bei Karlsruhe.

Seit 2012 Studium der Freien Kunst an der Kunstakademie Münster bei Elke Nebel und Wolfgang Hambrecht und seit 2013 bei der Künstlerin Suchan Kinoshita.

Über ihre künstlerischen Interessen schreibt Nadja:

Malerei ist mein bevorzugtes Medium, doch neben Zeichnungen und Plastiken sowie Installationen nicht das einzige Arbeitsfeld. Ich begreife Farbe und Leinwand als Spielfeld, gleichermaßen für mich als Schaffende und den Rezipienten. Abstrakte Bilder mit leuchtenden Farben und verschiedener Oberflächenstruktur, glänzend, matt, pastos, lasierend, klar, verschwommen, gekräuselt… Hauptsache, es wird mir nicht irgendwann zu bunt!

Wenn man das fertige Bild als Material versteht, beginnt nach der Bildproduktion ein weiterer Schritt des künstlerischen Arbeitens. Alles kann Material sein: die Anordnung und die Wirkung der fertigen Bilder nebeneinander sind ebenso wichtig wie der Malprozess selbst und das fertige Bild oder Ding.

Außerdem gilt mein Interesse einerseits dem menschlichen Wesen, welches ich zeichnerisch untersuche, wie auch seinen Verhaltensmechanismen in sozio-kulturellen Gefügen.

Porträts und Zeichnungen sind für mich wie künstlerisches Nachdenken und enden nicht selten in Bildentwürfen. Manche bleiben aber als Zeichnungen, wie sie unmittelbar und spontan entstanden sind, erhalten, so dass sie selbst die fertigen Stückchen Kunst sind.

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Maho Khutsishvili

Geboren am 02.11.1985 in Tiflis, Georgien.

2000 – 2004 Studium der nationalen Musikinstrumente an der Shota Milorava Hochschule für Estradenmusik und Artistik in Tiflis. Abschluss: Diplommusiker.

2004 – 2008 Studium der Malerei, Schwerpunkt sakrale Wandmalerei, an der Shota Rustaveli Universität für Theater und Film in Tiflis. Abschluss: Diplom.

Seit 2011 Studium der Freien Kunst an der Kunstakademie Münster bei Wolfgang Hambrecht, Prof. Klaus Merkel und seit Oktober 2013 bei Prof. Irene Hohenbüchler.

Über seine künstlerischen Interessen schreibt Maho:

Mein Beschäftigungsfeld in der Kunst ist hauptsächlich die Malerei. Meine traditionelle Ausbildung in Georgien fließt natürlich in meine Bildwelten ein, die teilweise realen Gegenstände und Figuren stehen abstrakten Flächen und Strukturen gegenüber. Also zeige ich das, was es ist: pure Malerei (also Farbe auf Leinwand). Andererseits im selben Bild gleichwertig das, was ich darstellen möchte, illusionistisch, also als retinale Kunst.

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