Linke Lieder am 1. Mai

Man kennt sie kaum noch, jüngere Menschen schon gar nicht: “Die Internationale”, “Brüder, zur Sonne zur Freiheit”,  “Bella Ciao”… Doch diese Lieder gehörten zum 1. Mai der “traditionellen” Arbeiterbewegung, wie ihre Demonstrationen und ihre roten Fahnen. Am 1. Mai tragen wir nicht nur unsere aktuellen Forderungen in die Öffentlichkeit, wir feiern auch unsere Geschichte und die damit verbundene Kultur. Diese Kultur war eine des Aufbegehrens, des Widerstands, mit welch kritischer Distanz man sie auch betrachten mag. Heute fragen wir uns: Welche Kultur, welche Lieder brauchen wir? Brauchen wir welche?
Es empfiehlt sich, die Diskussion solcher Fragen mit dem konkreten Tun zu verbinden. Deshalb laden wir gemeinsam mit dem Rosa Luxemburg Club Münster zu einem Liedernachmittag ein:
Lieder der deutschen Arbeiterbewegung und neuere Lieder, die sich dieser Tradition verpflichtet fühlen, werden vorgestellt und gemeinsam gesungen. Es sind alle eingeladen, die Lust haben, Arbeiterlieder und neuere fortschrittliche Songs zu singen und darüber zu sprechen. Zu den einzelnen Liedern gibt es Erläuterungen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, Texte werden gestellt, die Lust am Singen und an der Erkenntnis stehen im Vordergrund.
Das “Singen der Lieder der deutschen Arbeiterbewegung” gehört übrigens seit Dezember 2014 zum immateriellen Kulturerbe Deutschlands. Die Begründung dafür findet sich unter folgendem Link:
http://www.unesco.de/9131.html

Kunstausstellung “Heimat Syrien”

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Gamal Kalil – Biographische Angaben

 

Gamal Kalil wurde 1961 in Quamishli in Syrien unmittelbar an der Grenze zur Türkei geboren, er ist syrischer Kurde, seit 9 Jahren ist er Deutscher. In Quamishli leben Kurden, Araber, Armenier, Aramäer, Yeziden. Bevor zwischen 1947 und 1970 und noch einmal 1992 bis 1994 fast alle Juden aus Syrien auswanderten, beheimatete Quamishli die drittgößte jüdische Gemeinde dieses Landes. Heute ist diese Großstadt mit weit über 200.000 Einwohnern der Hauptort des Kantons Cizîrê im Gebiet Rojava, das in Gefolge des syrischen Bürgerkrieges de facto eigenständig von Kurden beherrscht wird.

In diesen wenigen Worten deutet sich an, was diese Weltgegend, aus der Gamal Kalil1995 nach Deutschland geflohen ist, prägt: das Gegeneinander der verschiedenen Nationalismen: der türkische, der syrisch-arabische, der irakisch-arabische, der iranische, die jeweils im Kampf um ihre regionale Vormachtstellung keine Minderheiten mit einem Anspruch auf Eigenständigkeiten dulden, aber natürlich auch der kurdische Nationalismus selbst. Dann religiöse Konkurrenzen und Konflikte, die parallel zu den Nationalismen, manchmal aber auch quer zu diesen verlaufen.

Dass der europäische Kolonialismus mit der Aufteilung des Osmanischen Reiches nach dem Ersten Weltkrieg auch noch eine gewichtige Rolle in diesem Teil des Vorderen Orients spielte, kann hier nur am Rande erwähnt werden.

In dieses – für den Blick des gemeinen Deutschen – Wirrwarr einer Region, wird Gamal hineingeboren. Von Kindheit an nimmt er die Gegensätze in seiner Heimat, die ich hier allenfalls andeuten konnte, mit großer Aufmerksamkeit wahr.

Der Vater ist politisch aktiv in einem Ableger der Demokratischen Partei Kurdistan-Syrien. Er wird immer wieder in Haft genommen, schließlich flieht er 1978 in die Türkei. Daraufhin wird, ohne dass der Vater davon erfährt, sein Sohn Gamal ins Gefängnis geworfen – Sippenhaft. Drei Monate verbringt der 17-jährige in einer Zelle, in die kaum Licht gelangt, das Zeitgefühl geht verloren, er wird gefoltert, weil man den Aufenthaltsort seines Vaters in Erfahrung bringen möchte. Als sein Vater zurückkehrt, muss der sich verpflichten, sich von jeglichen politischen Aktivitäten fernzuhalten. Gamal kann nach den traumatischen Erfahrungen im Gefängnis die Schule nicht fortführen. Erst 1985 wird er sein Abitur erlangen.

Trotz der Gefängnis-Erfahrung kann sich Gamal offensichtlich nicht davon lossagen, politisch Stellung zu beziehen, Großvater und Vater scheinen ihm darin Vorbilder zu sein, aber hierfür maßgebend ist zweifellos auch die Situation der Kurden im Norden Syriens. Sein politisches Engagement verbindet er mit seinen künstlerischen Ambitionen. Schon in der Schule war für ihn das Malen das wichtigste Fach, die Malerei wird schließlich zur Leidenschaft. Zum Newroz, dem kurdischen Neujahrsfest, 1983 oder 1984 stellte er öffentlich von ihm gemalte Bilder aus. Die Polizei konfiszierte sie und zerstörte sie wahrscheinlich.

1986 beginnt er eine Fotographen-Ausbildung und folgt damit dem Beispiel seines Großvaters, der ein Fotostudio besaß. Auch als Fotograf kommt er in Konflikt mit der Polizei. Als er eine Kurden-Demonstration in Damaskus fotografiert, wird seine Kamera zerstört und er selber verprügelt.

1995 kommt er in Kontakt mit ca. 20 anderen jungen Leuten, die gemeinsam Theater spielen und Filme drehen: künstlerische Arbeit mit politischem Inhalt. Doch als Freunde aus der Künstler-Gruppe ins Gefängnis kommen, entschließt er sich noch im Jahre 1995, über die Türkei nach Europa zu fliehen. Wohin ihn dort sein Weg führen würde, war ihm nicht klar. Über einen kurdischen Kontakt in Bielefeld gelangt er schließlich nach Weyhe im Landkreis Diepholz, wo er fast drei Jahre darauf wartet, dass seinem Asylantrag stattgegeben wird.

Aber auch hier bleibt er nicht untätig: Er bietet Theater für Kinder an, organisiert kurdische Feste. Nach Durchsetzung des Asylrechts findet er Arbeit in einem Museum und wird Mitglied des Ausländerbeirats von Weyhe

Gamal Kalil ist ein aufgeklärter Menschen im besten Sinne, der, da ihn seine Flucht nun einmal zu uns verschlagen hat, in dieser Gesellschaft seinen Platz einnehmen will. Seine Bilder sind sein Beitrag hierzu. Sie zeigen eine Welt, die uns fremd erscheinen mag, aber eigentlich wissen wir es doch: Sie ist sehr nah an uns dran.

 

 

“Inwiedu” – Gitarren betonter Rock

Inwiedu 2

inwiedu – das ist gitarrenbetonte rockmusik mit frontfrau. die markanten texte sind deutschsprachig und kommen mitten aus dem leben.

ausdrucksstarker weiblicher gesang, erdige gitarrenriffs und vielseitige grooves werden von der erfahrenen vierer-besetzung live auf den punkt gebracht. alle songs sind eigenkompositionen.

ob als elektrisches rock-paket oder im akustischen unplugged-format – diese musik ist immer mitreißend, authentisch und inwiedu-ell.

Eintritt: 6 €