LIBICOCO Solo für Clown – zeitgenössisch – burlesk und korrosiv. Von und mit Ingrid Coetzer

Libicoco Dossier Paar Libicoco Dossier traduit _150612Ingrid Coetzer ist eine französische Schauspielerin aus Rennes. Dort arbeitet sie in der Clown-Compagnie Martin Eden. Über ihre Arbeit und ihr Programm schreibt sie selbst:

LIBICOCO ist ein Clown. Ich habe seinen Namen zufällig auf einer Rotweinflasche entdeckt. Später erst habe ich herausgefunden, dass es sich dabei auch um einen Namen handelt, den Dante einem der Teufel aus der Hölle in seinem Stück ”Die Göttliche Komödie” gegeben hat.

ZUSAMMENFASSUNG

LIBICOCO ist ein polymorpher Clown, der aus dem Schenkel der Weisheit geboren wurde. Sie ist eine „Göttin“, die einem die Tränen in die Augen treibt und die dem Tod und der Langeweile entgegen geschleudert wird. Sie spielt mit dem Altern, der Einsamkeit, der Verrücktheit und sucht den Kontakt mit allem, was weh tut, was stört, was intim ist, um all das mit einem großen Fußtritt durcheinanderzuwirbeln und an unser unendliches Bedürfnis nach Trost zu appellieren. All das tut sie mit dem fest im Körper verankerten Glauben, dass der Humor vor der Verzweiflung rettet.

ENTSTEHUNGSGESCHICHTE

Durch den Blickwinkel des Clowns gesehen konnte ich dieses Stück vom Ursprung des Schauspielers heraus erarbeiten und entwickeln: aus dem Bauch heraus, aus dem „zweiten Gehirn“. So konnte ich ausgehen von dem, was ich zwar nicht sehen kann, aber was ich spüre, von diesem animalischen Instinkt der mich so verletzlich und zugleich so stark macht.

Angefangen hat alles mit der Maske, der Maske aus Latex, die einen alten Mann darstellt, verwirrend in ihrer Echtheit. Diese einsame Figur, im Vorhof des Sterbens, ist eine Figur für Weisheit und Wiedergeburt geworden. Entnervt von der Dummheit und dem niedrigen Niveau verschiedener Radiosender, auf die sie stößt, lässt sie sich zugleich berühren von einer philosophischen Konferenz oder einer Melodie von Schubert. Dann trifft die Figur auf die Stimme einer Ärztin, die ähnlich einem Trainer im Sport, eine Frau durch eine Geburt begleitet. Der alte Mann, der wie gefesselt ist von dieser Stimme, wird letztendlich selbst einer Gestalt das Leben schenken: einem weiblichen Wesen, das aus seinem Inneren kommt, unförmig, laut, unangepasst und das sich fragt, was es da wohl zu suchen hat, vor all diesen Menschen, die es ansehen, ohne etwas zu sagen.

Der Clown, dieses einsame Wesen schlechthin, konfrontiert das Publikum mit dem Verhältnis, das es zu seiner eigenen Einsamkeit hat.

INGRID COETZER – EINE ZWITTERHAFTE KÜNSTLERIN

Das Material für meine Arbeit entsteht für mich aus der Beobachtung des Menschen, dieser Kreatur, die fähig ist zu schlimmster Grausamkeit und zur tiefsten Liebe, diesem komplexen Wesen, das zwischen seinen Ängsten und Hoffnungen hin und hergerissen ist. Ich mag es, mit seinen Gefühlen, seiner Animalität, seinen Instinkten und seine Schwachstellen zu arbeiten. Durch meine Stücke versuche ich, den Zuschauer da zu berühren, wo er vielleicht noch nie so richtig hingeschaut und in sich hineingespürt hat, Licht in Zonen von Finsternis, ja sogar von Unbehagen zu bringen. Ich benutze dazu traumhafte und poetische Elemente, um einen anderen Blickwinkel auf die Realität zu geben und deren Darstellungen zu verändern. Dabei habe ich die Hoffnung, dass die Kunst vielleicht ein Indikator oder ein Auslöser für tiefe Veränderungen sein könnte.

Ich verbinde in meinen Stücken verschiedene Disziplinen und stütze mich auf unterschiedliche Referenzen: das Theater, die Arbeit mit der Maske, die Marionette, den argentinischen Tango, den Gesang, den Tanz. All diese Aspekte sind die Bestandteile eines visuellen Universums, das vom Clown transzendiert wird : sich auf die Virtuosität der verschiedenen Disziplinen stützend, zeigt er ihnen eine lange Nase, die rettende Diskrepanz.

Auch wenn ich ursprünglich vom Theater komme, definiere ich mich gern auch als Tänzerin. Ich benutze den argentinischen Tango als Theaterform, in der die Regeln der Verführungskunst überspitzt dargestellt und alles Unausgesprochene, die Gewalt in den Beziehungen zwischen Mann und Frau, die Einsamkeit und das Spiel mit der eigenen Person erforscht werden. Obwohl ich mir die erlesene Ästhetik der deutschen Choreographin Pina Bausch zu eigen gemacht habe, die mit ihrer Arbeit mit Bildern und dem sublimierten Gebrauch der Musik die Liebesbeziehung in Szene setzt, parodiert Libicoco in einer letzten Pirouette den Tanz und bricht auf der Bühne zusammen, in einer opernhaften Agonie, halb tragisch und halb grotesk.

Eintritt: 9 €

 

 

Geburtstagskonzert mit Embryo

Foto EmbryoGemeinsam mit Christian Hanewinkel präsentiert der KulturVerein „Frauenstraße 24“ Embryo.

Christian Hanewinkel schreibt eine Geschichte dieser Band. Der Amelsbürener nimmt seinen eigenen Geburtstag zum Anlass, zusammen mit der „Frauenstraße 24“ ein Konzert in der Musikkneipe zu organisieren. Eingeladen sind nicht nur Freunde Hanewinkels, sondern alle, die das Besondere dieser Band wieder einmal (oder auch zum ersten Mal) erleben möchten.

Gezeigt wird außerdem die „Die Vagabundenkarawane“, eine Dokumentation der Asienreise der Band in den Jahren 1978/79.

Seit 1969 haben Embryo den halben Globus bereist und überall mit Musikern gespielt, ob Fela Kuti, Ravi Shankar, Trilok Gurtu, Charlie Mariano oder Mal Waldron. Embryo sind die ultimative Weltmusik-Krautrock-Formation!

Sie traten beim Fehmarn-Festival 1970 direkt nach Jimi Hendrix auf, gründeten mit “Ton Steine Scherben” das erste Musiker eigene Label und spielten mit Jazzkoryphäen wie Charlie Mariano und Mal Waldron. 1969 gegründet, verband Embryo als eine der ersten Bands in Europa Rock mit Jazz. Später häuteten sie sich zu Pionieren der Weltmusik und unternahmen lange Reisen in den Orient und nach Afrika, um dort mit Musikern vor Ort zu spielen. Aus all diesen Erfahrungen speist sich bis heute ihre frei fließende, bunt schillernde Musik, die sie immer wieder mit überraschenden Klängen und Tönen neu auftanken. Seit 40 Jahren ist die Band aus München kreativ in Bewegung, angetrieben von der scheinbar unermüdlichen Energie ihres Bandleaders Christian Burchard. Mehr als 400 Musiker durchliefen in den vielen die Band, was Embryo zu einer äußerst wirksamen und bewunderten “anderen” Musikakademie macht. Wo andere längst aufgegeben oder es sich im Sessel gutsituierter Bürgerlichkeit bequem gemacht haben, macht Burchard weiter: kompromisslos, unbeirrbar, noch immer Underground, noch immer Gegenkultur, noch immer “Rock in Oppositon”.  (Christoph Wagner)

Der Eintritt ist frei, Spenden für den „KulturVerein F24“ werden erbeten.

 

Peng! – Impro-Theater

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“Peng!” freut sich auf den nächsten Auftritt in der Frauenstraße 24.

Ihr Spaß an der Energie und Faszination des Improvisierens, dem Spiel von und mit verschiedensten Rollen und Figuren tritt immer deutlicher hervor. “Peng!” präsentiert improvisiertes Schauspiel jeglicher Art, darunter das klassische Impro-Theater.

Ein schöner Spaß am Sonntag!                            Eintritt 3 €