50 Jahre Unidad Popular in Chile und Theologie der Befreiung / Dr. Michael Ramminger / Verschoben auf April 2021!

06.04.2021 20:00 – 22:00 Uhr
Münster

Der genaue Veranstaltungstermin steht noch nicht fest.

Vor fünfzig Jahren, am 4. März 1970 wurde in Chile die linke Parteienkoalition Unidad Popular und und ihr Kandidat Salvador Allende gewählt. Sie initiierten einen Prozess gesellschaftlicher und politischer Prozesse, der nicht nur für Lateinamerika beispielhaft war: Landreformen, Vergesellschaftungen, politische und gesellschaftliche Partizipationsmöglichkeiten für die Armen und Ausgebeuteten. Viele der damals Beteiligten sagen noch heute: Es war die schönste und kreativste Zeit ihres Lebens.

In den gesellschaftlichen Auseinandersetzungen dieser Zeit spielte auch das Christentum, vor allem die katholische Kirche eine wichtige Rolle. Insbesondere eine starke Gruppe von Ordensleuten und Priestern unterstützten die Unidad Popular und arbeiteten an der „strategischen Allianz“ zwischen Christen und Marxisten, die, wie Fidel Castro damals sagte, die Revolution in Lateinamerika unbesiegbar machen könne. Aus dieser Gruppe der „Christen für den Sozialismus“ entstand die Theologie der Befreiung, die bis heute nicht nur in lateinamerikanischen Ländern eine wichtige Rolle spielt.

Die damalige Kooperation zwischen Christen und Marxisten bleibt bis heute eine Herausforderung für die Entwicklung einer gemeinsamen Theorie und Praxis emanzipatorischer Politik zwischen Menschen ganz unterschiedlicher Herkünfte und Traditionen.

Dr. Michael Ramminger arbeitet am Institut für Theologie und Poltik. Er hat in den letzten Jahren an einem Geschichtsprojekt zur Bewegung der Christen für den Sozialismus gearbeitet, dessen Ergebnisse in Chile und in der BRD veröffentlicht wurden.

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