Die Zukunftsfähigkeit des Sozialismus – Gespräch mit einem kritischen Kommunisten

„Ein Kommunist jammert nicht“, sagt der hunderteinjährige Theodor Bergmann. „Wenn wir eine Niederlage erleiden, dann fangen wir von vorne an.“ Damit ist der Optimismus des kritischen Kommunisten, wie er sich selbst nennt, bereits angedeutet. Jetzt kommt der emeritierte Professor aus Stuttgart zu einem Gespräch nach Münster.

Der für sein Alter bemerkenswert agile Bergmann wird über die Zukunftsfähigkeit des Sozialismus sprechen. Seine Bilanz nach den bisherigen Sozialismus-Versuchen: „Wir dürfen nicht mehr so viele Fehler machen.“ Er selbst hat Fehler früh erkannt und sich bereits in den dreißiger Jahren der KPD (Opposition) angeschlossen. Und über diese politische Strömung verfasste er inzwischen mehrere Bücher.

Auch über aktuelle Fragen der Emigration wird Bergmann sprechen. Brauchen wir eine neue Form der internationalen Solidarität? Brauchen wir gar eine neue linke Internationale? Was lehrt uns die Flucht vor Krieg, Hunger und politischer Verfolgung? Auch zu dieser Frage ist Theo Bergmann ein lebender Zeitzeuge: Seine gesamte Familie musste aus Nazideutschland fliehen. Einer seiner Brüder wurde von den Nazis ermordet, ein anderer schaffte es in die USA und promovierte bei Einstein, er selbst überlebte in Schweden.

Bergmann ist nicht nur weiterhin politisch aktiv, sondern schreibt auch immer noch Bücher. Sein neuestes erschien Anfang des Jahres mit dem Titel: Der chinesische Weg.

Veranstalter ist der Rosa-Luxemburg-Club Münster.