Mitgliederversammlung des “KulturVerein F24”

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Die Mitglieder schauen zurück auf die Arbeit des Vereins im letzten Jahr, beraten die des nächsten und wählen einen neuen Vorstand.

Alle Interessierten sind als Gäste herzlich eingeladen. Eine detaillierte Tagesordnung kann angefordert werden.

läuft bis zum 06.01.2017

Ausstellung: “Im Freien” – Mehr Raum für Kunst von Frauen

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Vier Illustratorinnen zeigen Ihre Werke zum Thema “Im Freien”: Stephanie Marian, Anne Braune, Frauke Berger und Nele Olberg.

Vernissage: So. 20.11.2016, 15:00 Uhr

Der Untertitel “Mehr Raum für Kunst von Frauen” steht für eine Veranstaltung und Forderung zugleich. So stellen vier Künstlerinnen im Rahmen einer vom Arbeitskreis „We love consent“ geplanten Ausstellungsreihe einige ihrer Werke aus. „We love consent“ veranstaltet seit Frühjahr 2015 Vorträge, Workshops und Lesungen, die darauf abzielen, Menschen für antisexistische Themen zu sensibilisieren. Die Kunstausstellungen fanden bisher im specops und in den Räumlichkeiten des Politikinstituts der WWU Münster Raum statt.

Hintergrund dieser Kunstausstellung ist es auf die ungleiche Repräsentation von weiblichen und männlichen Künstler*innen im öffentlichen Raum aufmerksam zu machen. „Do women have to be naked to get into the Met. Museum? Less than 3 % of the artists in the Modern Art sections are women, but 83 % of the nudes are female.”, fragt ein Plakat der Aktionskünstler*innengruppe “Guerilla Girls” und bringt damit die sexistischen Strukturen, denen Frauen* in der Kunst begegnen auf den Punkt. Auch ein Rundgang durch deutsche Museen kann diese Aussage bestätigen.

Aus diesem Grund möchte „We love consent“ in Zukunft Kunst von Frauen mehr Raum bieten und insbesondere die Gruppe der Ausstellenden erweitern und mehr Frauen* ermutigen, ihre Kunst – welcher Art auch immer –  zu präsentieren.

Die vier Künstlerinnen, die jetzt in der F24 ausstellen, sind Illustrationstudentinnen und –absolventinnen der Fachhochschule Münster des Fachbereichs Design. Frauke Berger, Stephanie Marian, Anne Braune und Nele Olberg beginnen mit ihrem Masterstudium oder bereiten sich auf ihren Berufseinstieg vor. Sie haben die ersten eigenen Aufträge und vereinzelt bereits Bücher herausgebracht.

Die Ausstellung zeigt eine Reihe von Selbstportraits sowie Werke, deren “Geschehen” sich “im Freien” abspielen. Sowohl die Portraits als auch die anderen Bilder wurden in verschiedenen Techniken angefertigt. Es werden Arbeiten in digitaler Form, Acryl und Zeichnungen zu sehen sein.

 

läuft bis zum 20.11.2016

“Lasst und reden” – Aufruf zu einer “Strategiekonferenz” der “radikalen Linken” in Münster

Wir veröffentlichen den folgenden Aufruf, um damit die Mitglieder unseres Vereins und die Leserinnen und Leser unserer Website auf das geplante Debatten-Wochende aufmerksam zu machen. Der KulturVerein "Frauenstraße 24" sieht es seit seiner Entstehung als eine seiner Aufgaben an, anderen - nicht parteigebundenen - Organisationen und Initiativen, Raum zur Diskussion von Alternativen zur herrschenden Politik zu geben. Wo die Grenzen gezogen werden, wird in der Satzung deutlich zum Ausdruck gebracht:

Der Verein ist humanistischen Idealen verpflichtet und setzt sich in seiner praktischen Tätigkeit für Völkerverständigung und gegen jegliche Diskriminierung von Menschen ein.
Zur Realisierung dieser Aufgaben sucht der Verein die Zusammenarbeit mit anderen demokratischen Organisationen, Vereinen und Verbänden. Eine Zusammenarbeit mit militaristischen, neofaschistischen und ausländerfeindlichen Organisationen findet nicht statt.

Die Konferenz findet am 19./20. November im Paul-Gerhardt-Haus statt.
Näheres unter:
http://lasstunsreden.blogsport.eu

Aufruf zur Teilnahme an der Strategiekonferenz 2016

Das Ziel einer radikalen Linken ist in unserem Verständnis die Veränderung der Gesellschaft hin zu einer frei von Ausbeutung und Unterdrückung, in der Menschen selbstbestimmt und solidarisch in Gemeinschaft leben können. Viele würden vermutlich bis hierhin zustimmen. In Bezug auf die konkrete und langfristige Umsetzung eines gesellschaftlichen Wandels gibt es jedoch weit auseinander klaffende Vorstellungen – oft sogar gar keine.
Wir sind der Überzeugung, dass eine Veränderung der Gesellschaft nur aus und mit der Gesellschaft erreicht werden kann. Revolution bedeutet nicht, einen „Kampf gegen die Gesellschaft“ zu führen, sondern sich auf einen langen revolutionären Prozess einzulassen, in dem wir immer wieder unsere aktuelle Politik mit unseren Zielen abgleichen und nötigenfalls ändern müssen. Die aktuelle linksradikale Praxis wird nicht zu der gewünschten Veränderung führen. Die radikale Linke in der BRD ist kaum mehr in der Lage, konkrete (praktische) Antworten auf die sich verschärfenden Probleme der Menschen zu liefern. Vermeintliche Krisenlösungen von rechts erhalten gleichzeitig mehr und mehr Zulauf. „Linksradikal“ oder gar „revolutionär“ zu sein verkommt zunehmend zu einer subkulturellen Selbstbezeichnung und Zugehörigkeit zu einer Szene, die sich gesellschaftlich weiter marginalisiert und an Relevanz verliert. Auf der einen Seite fehlt der Kontakt zu großen Teilen der Gesellschaft, auf der anderen Seite fehlt eine Bestimmung der eigenen Involviertheit in das neoliberale System. Anstatt sich gemeinsam zu organisieren, betreiben wir oft nur „Feierabendpolitik“* und führen Abwehrkämpfe: Wir organisieren oft etwas, aber nicht uns selbst.

Trotz all dieser Kritik wenden wir uns mit der Strategiekonferenz an die radikale Linke. Denn diese hat durchaus gemeinsame Werte und Vorstellungen von einem besseren, herrschaftsfreien Zusammenleben. Jedoch fehlt es noch an einer gemeinsamen Strategie, um diese in die Gesellschaft zu tragen und relevant zu machen. Auch wenn es durchaus bereits in Teilen der radikalen Linken ein Bewusstsein darüber gibt, dass sich etwas an der gängigen Praxis ändern muss, wird der Bruch mit dieser noch kaum vollzogen. Um diesen Bruch vollziehen zu können und eine Strategie zu entwickeln, müssen wir uns zusammensetzen und über gesellschaftliche Prozesse, gesellschaftlichen Wandel und Organisierung diskutieren – hierfür soll die Konferenz ein erster Schritt sein.

Es ist eine gemeinsame Strategie nötig, um die radikale Linke aus ihrer Ohnmacht zu befreien und langfristig sowie nachhaltig politisch Aktiv sein zu können. Mit unseren Aktionen reagieren wir häufig nur auf staatliche Politik oder führen Abwehrkämpfe gegen Nazis, Sexist*innen, usw. Unsere Kämpfe sind in erster Linie von Rückschlägen und einem gefühlten Scheitern geprägt, die kräftezehrend sind und nicht zuletzt auch uns persönlich kaputt machen, sodass viele revolutionäre Politik wieder hinter sich zu lassen. Dieser Kampf ist nicht zu gewinnen, wenn die radikale Linke nicht an gesellschaftlicher Relevanz gewinnt und eine praktische Alternative zu dem Bestehenden aufzeigen kann, die für mehr als nur die eigene Szene attraktiv ist. Wir wollen uns deshalb auf einen gemeinsamen Suchprozess begeben und kollektive Antworten diskutieren. Dabei können wir viel aus bisherigen Bewegungen und Kämpfen lernen – wir fangen keinesfalls bei null an.

Die Konferenz hat ausserdem zum Ziel wieder eine gemeinsame Streit- und Diskussionskultur in Münster zu schaffen. Im letzten Jahr ist viel passiert: Demos, Besetzungen, Kampagnen, Polit-Camps…Viel Bewegung sorgt auch für viele Auseinandersetzungen innerhalb der Szene, zum Teil für Konflikte. Leider finden jedoch Diskussionen und Debatten um einzelne Aktionen, Theorien und Reflektionen vermehrt in kleinen Bezugsgruppen statt, vielleicht auch weil es in Münster an einem gemeinsamen Raum für eben jene Debatten fehlt. Wir sehen die Gefahr, dass so bestehende Spaltungen weiter verfestigt werden und die Vereinzelung innerhalb der radikalen Linken weiter befördert wird. Aber auch eine gemeinsame Diskussionskultur, in der einzelne Meinungen nicht tabuisiert werden, muss erlernt werden. Wir verstehen die Strategiekonferenz als einen Ort, an dem wir damit anfangen können.

Wir haben jedenfalls große Lust die hier skizzierten Thesen, Gedanken und Ideen mit euch zu diskutieren, weiter auszuführen und an einer gemeinsamen Theorie, Organisation und Praxis zu arbeiten und uns auf einen langen jedoch nachhaltigen Prozess der Veränderung einzulassen. Lasst uns am Wochenende vom 19./20. November damit anfangen.
LASST UNS REDEN!

 

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*Feierabendpolitik
Mit Feierabendpolitik meinen wir die Trennung vom Alltag (arbeiten/ studieren) und Aktivismus mit der Folge, das wir uns nicht in den Feldern organisieren in denen wir betroffen sind oder Leben, sondern abgekoppelt davon Politik machen. Dies mag für verschiedenen Kämpfe wichtig sein, meist wird dadurch jedoch das eigene Leben als unpolitisch vom Aktivismus ausgeklammert.